10 vermeidbare Anfänger-Fehler

von Paul Arnote (parnote)

Die Beliebtheit von Linux nimmt ständig zu. Vielleicht sind es Benutzer, die auf der Suche nach etwas anderem oder besseren sind. Vielleicht ist es auf die schlechten wirtschaftlichen Zeiten zurückzuführen, in denen es sich Benutzer immer weniger leisten können viel Geld für kommerzielle Software-Pakete oder Betriebssysteme auszugeben. Aber aus welchen Gründen auch immer es gibt mehr und mehr Benutzer die Linux ausprobieren.

Aus diesem Grund mehren sich die gemeinsamen Fehler, die neue Linux-Benutzer tendenziell machen. In der Tat von Zeit zu Zeit finden sich sogar einige erfahrenen Linux-Benutzer, die einige dieser Fehler machen. Falls Sie diese Fehler vermeiden können, wird der Übergang zu Linux viel einfacher sein.

1. Installation außerhalb der offiziellen Paketquellen
(Repositories).
pic1Einer der größten Fehler die neue Linux-Benutzer machen, ist, dass sie versuchen Programme außerhalb der offiziellen Repositories zu installieren. Linux ist nicht wie die meisten kommerziellen Betriebssysteme, wo Sie entweder Programme aus dem Internet herunterladen oder sie von Ihrem bevorzugten Computerladen kaufen und Sie sie auf Ihrem Computer installieren.
Die meisten Linux Distributionen verwenden einen Paket-Manager. In OpenSUSE wird der Paket-Manager YUM genannt. Bei Mandriva wird der Paket-Manager als URPMI bezeichnet. Bei PCLinuxOS wird der Paket-Manager Synaptic genannt. Der Paket-Manager listet alle Programme auf, die für Ihre Linux-Distribution zur Verfügung stehen. In den meisten Fällen wurden diese Pakete so angepasst, dass das Hinzufügen von einem Programm nicht drei andere Programme (oder sogar das gesamte System) unbrauchbar macht, oder Bibliotheken entfernt, auf denen andere Programme basieren. Beachten Sie, dass Sie nicht alle Abhängigkeiten sofort feststellen können. Aber vielleicht eine Woche, drei Monate, oder ein Jahr später, nachdem noch ein anderes Paket, das die Bibliotheken, die entfernt oder geändert wurden und dessen Installation benötigt, werden Sie auf Probleme stoßen. Und da Sie das Programm außerhalb der offiziellen Repositories installiert haben, es gibt es für Sie kaum eine Chance Hilfe zu erhalten, da diejenigen "die Bescheid wissen" keine Möglichkeit haben, zu wissen, was das "fremde" Paket für Änderungen an Ihrem System vorgenommen hat.
In diesem Fall, ist der beste Rat, den Sie beherzigen sollten, dass Sie
a) Ihr System neu installieren, und
b) Sie keine Pakete außerhalb der offiziellen Repositories installieren.
2. Nur „bestimmte” Pakete aktualisieren.
Dies ist ohne Zweifel ein sicherer Weg Ihr System instabil zu machen und es zu zerstören. PCLinuxOS ist eine fließende Distribution. Dies bedeutet, dass Aktualisierungen eingefügt wenn sie fertig sind, anstatt in einem regelmäßigen Zeitplan, wie dies bei einigen anderen Linux-Distributionen üblich ist.
Bei der selektiven Aktualisierungsweise gelangen Sie vielleicht irgendwann an einen Punkt, bei dem Ihr System „streikt”, da Bibliotheken, die von einem Programm benötigt werden nicht vorhanden sind, weil sie sich in einem anderen Paket befinden, welches Sie nicht installiert haben. Vielmehr gilt als gute Praxis in regelmäßigen Abständen Synaptic zu öffnen, auf "Neu laden" zu klicken und dann "Aktualisierungen vormerken" und anschließend auf "Anwenden" zu klicken. Dies lädt und installiert ALLE aktualisierten Pakete, und Sie erhalten die aktuellste Version von PCLinuxOS. Wie oft Sie dies auswählen liegt an Ihnen. Es kann täglich oder wöchentlich geschehen, aber Sie sollten nie einzelne Anwendungen aktualisieren.
3. Linux ist NICHT Windows.
pic3Es ist offensichtlich: Linux ist NICHT Windows. Sicher, es gibt viele Gemeinsamkeiten, und Sie werden viele Fähigkeiten, die Sie sich angeeignet haben, während Sie Windows oder andere kommerzielle Betriebssysteme benutzten weiter verwenden können. Aber erwarten Sie nicht, dass Linux genau wie Windows werden soll. Die Ähnlichkeiten erleichtern zwar den Übergang zu Linux. Die Unterschiede sind aber mehr als wahrscheinlich der Grund dafür, dass Sie gewechselt haben. Nehmen Sie die Ähnlichkeiten an, und nehmen Sie sich die Zeit um die Unterschiede zu erfahren.
4. Vermeiden, die Befehlszeile zu erlernen.
Die Computerwelt hat "Abstufungen” von einer Text-basierten Schnittstelle, bis zu einer mehr intuitiven und grafisch verwendbaren Benutzer Schnittstelle, oder GUI. In der Tat ist es der einzigste wichtigste Fortschritt in der Computergeschichte, es pflasterte den Weg um technisch nicht interessierten Anwendern Zugriff zu Computern zu ermöglichen, und es half den Weg zu ebnen, um Computern den Einzug ins tägliche Leben zu ermöglichen, den sie inzwischen haben.
pic4Weit weg "von den Tagen", bei denen die meisten Computeraufgaben von einer Eingabeaufforderung, wie in den frühen Tagen von Linux und in den frühen Tagen von DOS erfolgte. Heute, können Sie das meiste was Sie brauchen über die GUI erledigen, ohne sich einen Gedanken über eine Text-basierte Eingabeaufforderung zu machen. Allerdings hat sich die Text-basierte Schnittstelle nicht verabschiedet. Sie ist immer noch dort und leistungsfähiger als je zuvor.
Und, da so viel von dem, was Sie brauchen über die GUI gemacht werden kann, scheuen viele Benutzer die "technisch anspruchsvollere" Eingabeaufforderung oder Befehlszeilen-Schnittstelle. Viele Benutzer finden es ist "zu schwierig" sie zu erlernen und zu verwenden. Sobald Sie damit etwas Erfahrung haben, werden Sie allerdings feststellen, dass vieles von der Befehlszeile aus schneller erledigt werden kann. Und Sie werden wahrscheinlich einige Dinge finden, die nur von der Befehlszeile aus ausgeführt werden können, dabei offenbart sich die volle Leistung von Linux.
Also, sobald Sie die GUI gelernt haben und Sie sich für Linux entschieden haben, (ist es nicht schön so viele Auswahlmöglichkeiten zu haben?), nehmen Sie sich Zeit, und fangen Sie an zu lernen mit der Befehlszeile umzugehen. Ein weiterer Vorteil: Wenn Sie jemals selbst in die Lage kommen sollten, dass ihre GUI nicht gestartet wird, kann Ihnen das Wissen über die Befehlszeile dabei helfen, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Einen hervorragender Anfang um die Eingabeauforderung zu erlernen finden Sie entweder unter: http://www.linuxcommand.org/, oder indem Sie Peter Kellys (Critter) monatlicher Anleitung „Einführung in die Befehlszeilenschnittstelle” hier im PCLinuxOS Magazin (der fünfte Teil ist in diesem Monat im Magazin erschienen und begann in der Ausgabe Oktober 2009 des PCLinuxOS Magazins) folgen.
5. Missbrauch der Hilfe-Foren.
Obwohl Linux frei ist, die Hilfe für die ersten Schritte stets zur Hand sind und weitere Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Es gibt Hilfedateien, Handbücher und sogar die "man Seiten", auf die problemlos über die Befehlszeile oder Konqueror zugegriffen werden können. Einer der beliebtesten Anlaufpunkt für Hilfe, sind allerdings sind die Community-Foren, die für die verschiedenen Linux-Distributionen vorhanden sind.
Weil es möglicherweise einfacher ist, nur in das Forum zu kommen und Ihre Frage - die sehr wahrscheinlich schon tausend mal vorher gestellt wurde - viele Benutzer hätten Ihre Frage schneller beantwortet, wenn sie zuerst eine Forum-Suche ausführen würden. Erwarten Sie nicht, dass Ihnen alles vorgekaut wird. Bei ihrer Suche werden Sie dabei vielleicht andere wichtige Dinge erfahren, die Ihnen helfen, schneller und effizienter Antworten auf Ihre Fragen zu erhalten die sie wahrscheinlich beschäftigen.
6. Ausführen als root vermeiden (bei Bedarf).
pic6Eine Sache, die am meisten von neuen Benutzern bei Ihrem Wechsel zu Linux zu erkennen ist, ist die wiederholte Anweisungen, dass Sie etwas NICHT ALS ROOT AUSFÜHREN sollen. Allerdings, bedeutet dies nicht, dass Sie es vermeiden sollten eine Aufgabe als root auszuführen. Nur seien Sie vorsichtig. Mit root-Rechten können Sie auf Ihrem System einigen schweren Schaden anrichten. In der Tat ist es eine gute Idee, sich anzugewöhnen, erst dreimal zu überprüfen, ob Sie nach der Eingabe eines Befehlt in die Kommandozeile die "Eingabetaste" drücken. Und es gibt einige Aufgaben, die nur mit root-Rechten ausgeführt werden können, wie die Änderung Ihrer Internet-Verbindungs-Einstellungen oder ob die Aktualisierung des Systems durchgeführt werden soll.
7. Zu hohe Erwartungen stellen.
pic7Es ist eine bekannte Tatsache, die Linux außergewöhnlich gut auf älterer Hardware ausgeführt werden kann – und noch besser auf modernster Hardware. In der Tat hat Linux einen Ruf um älterer Hardware, neues Leben einhauchen zu können und die Nutzungsdauer der Hardware zu erweitern. Aber halten Sie ihre Erwartungen realistisch. Linux wird Ihre Computerausrüstung nicht 1000 % schneller laufen lassen können. Ein alter Pentium-III ist immer noch genau das selbe: ein alter Pentium-III. Er war nie, und wird auch niemals schneller sein, als als ein Pentium IV oder einer der neueren Mehr-Kern-Prozessoren.
8. Verlassen Sie sich nicht zu sehr auf WINE.
WINE ist ein schönes, praktisches Programm, das zwar viele Ihrer bevorzugten Windows-Programme auf Linux ausführen kann, aber es können nicht alle von Ihnen ausgeführt werden. Es ist verständlich, dass Benutzer weiterhin die Programme verwenden möchten, an die Sie sich gewöhnt haben wenn Sie sie unter Windows genutzt haben, denn sie haben dafür mit Ihrem hart verdienten Geld bezahlt. Aber Sie sollten nicht versäumen, das es Äquivalente zu vielen der Programme, die häufig unter Windows benutzt werden, auch unter Linux gibt. Linux ersetzt viele der Programme, die Sie unter Windows verwendet haben, und viele dieser Programme werden besser, schneller ausgeführt und verfügen im Allgemeinen über mehr Funktionen als Ihre Windows-Kollegen. Zudem stimmt der Preis: kostenlos, eben wie Linux.
In vielen Fällen gibt es mehrere Linux-Programme für Ihre entsprechenden Gegenstücke unter Windows. Mit Linux haben Sie die Wahl, also zögern Sie nicht die Programme auszuprobieren um heraus zu finden, welches am besten Ihren Anforderungen und die Art und Weise, in der Sie es verwenden, entspricht. Sobald Sie Ihre Auswahl getroffen haben, entfernen Sie diejenigen, an denen Sie nicht interessiert sind. Die meisten der Paket-Manager unter Linux sind hervorragend beim entfernen alle Spuren eines Programms, welches Sie von Ihrem System entfernen möchten.
9. Ignorieren der Systemmeldungen und Fehler.
Genau wie bei jedem Betriebssystem werden bei Ihnen von Zeit zu Zeit Fehler auftreten. Dies ist unvermeidlich, da Betriebssysteme der modernen Computer sehr komplexe und komplizierte Gebilde sind. Wenn diese Fehler auftreten, achten Sie besonders nicht nur auf die Fehler, sondern auch auf alle dazugehörigen Meldungen, die Sie zu diesen Fehlern finden. Die Fehlermeldung wird nicht nur bei Ihrer Problembehandlung wichtig sein, sondern die dazugehörigen Nachrichten geben Ihnen oft einen Tipp dazu, was Sie tun müssen, um die Situation korrigieren zu können.
pic9Ebenfalls, ist es eine gute Idee, diese Meldungen auf einem Zettel oder Notizblock aufzuschreiben. Auf diese Weise sollten Sie die notwendige Hilfe in einem Forum der Community finden und Sie können dann den genauen Wortlaut der Fehlermeldung und die dazugehörigen Meldungen in der Darstellung Ihres Problems bereitstellen. Dies hilft den angehenden "Experten" Sie in die richtige Richtung zu weisen, um den Fehler zu beheben. Sobald Sie daran gehen, das Problem zu lösen, schreiben Sie die Lösung unter den Zettel mit dem Problem oder Ihren Notizblock. Denn wenn das Problem jemals erneut auftritt, werden Sie bereits die Lösung zur Hand haben. Dies ist nicht nur lehrreich in Ihrer Situation, sondern versetzt auch Sie in die Lage anderen im Forum zu helfen, denen das gleiche Problem begegnet, es zahlt sich quasi aus.
10. Zu schnell aufgeben.
Leider geschieht dies all zu oft. Fassen wir es mal ins Auge: Sie wurden nicht mit dem Wissen geboren, wie man Windows, OS X oder irgend ein anderes Computer-Betriebssystem verwendet. Es gab einmal eine Zeit, als auch das alles für Sie völlig neu und fremd war. Versuchen Sie sich daran zu erinnern, als Sie das erste Mal vor einem Computer saßen. Sie mussten Zeit und Mühe investieren um mehr über die Verwendung zu erfahren und lernen wie Sie etwas eingeben und wie etwas Ausgegeben wird, bei jedem beliebigen Betriebssystem das auf diesem Computer installiert wurde. Linux ist da nicht anders.
Das Internet ist voll von Berichten von Leuten, die Linux ausprobieren wollten und schnell aufgegeben haben, und jetzt verkünden sie, dass "Linux schlecht sei." Dies sind die Menschen, die keine Zeit und Mühe investieren um Linux zu lernen, weil sie schon einmal mit einem Betriebssystem zu tun hatten, und sich daran gewöhnt haben. Denken Sie an Punkt # 3: Linux ist nicht Windows, OS X oder was für ein anderes Betriebssystem auch immer, das Sie jemals verwendet haben. Es gibt Dinge, die Sie einfach lernen müssen. Der Vorteil ist, je nachdem, für welche Linux-Distribution Sie sich entscheiden, werden Ihnen viele der Fähigkeiten, die Sie beim Arbeiten mit anderen Betriebssystem entwickelt haben nützlich, und auch auf Linux übertragbar sein.
PCLinuxOS hat einen guten Ruf als eines der einfachsten Linux-Distributionen für Benutzer, die zuvor Windows verwendet hatten und nun wechseln wollen zu sein. Aber das bedeutet nicht, dass Sie keine neuen Sachen zu lernen haben. Wenn Sie die Zeit und den Aufwand investieren, werden Sie mit einem Betriebssystem belohnt, das nicht nur viel stabiler als Ihr altes ist, sondern auch viel sicherer.
Und obwohl PCLinuxOS einen guten Ruf besitzt eines der einfachsten Linux-Distributionen für Benutzer, die zuvor Windows verwendet hatten und nun wechseln wollen zu sein, ist es ebenso für erfahrene Linux-Benutzer geeignet, da die Leistung nicht der Anwenderfreundlichkeit zum opfer fällt.

Schließlich ist PCLinuxOS "Radikal Simple."